DeuZert® Deutsche Zertifizierung in Bildung und Wirtschaft GmbH

- die unabhängige deutsche Zertifizierungsstelle.

Präqualifizierungsverfahren gem. § 126 Abs. 1a SGB V


Gern nehmen wir Ihre Anfragen entgegen.

Sollten Sie uns Ihre Anfrage schriftlich einsenden, bitten wir Sie, das Anfrageformular zu nutzen.

Preise und Gebühren

Unsere Präqualifizierungsleistungen bieten wir Ihnen zu folgenden Preisen an:

Grundleistung

Erst-/ Folgepräqualifizierungsverfahren je Betriebsstätte und Antrag inkl. einem Versorgungsbereich bzw. -teilbereich

Folgende Leistungen sind hierbei berücksichtigt:

  • Erfassung der Stammdaten
  • Prüfung der Unterlagen
  • Aktenverwaltung/Administration/Archivierung der Unterlagen
  • Durchführung des üblichen Schriftverkehrs
  • Anhörung vor ablehnender Entscheidung
  • Erstellung der Präqualifizierungsbestätigung
  • Übermittlung von Daten an den GKV-Spitzenverband
  • Information über ablaufende Bestätigungen

180,00 EUR *

Zusätzliche Versorgungsbereiche / -teilbereiche (auch Erweiterung/ Änderung)

jeweils je max. fünf Versorgungsbereiche einmalig pro Standort

65,00 EUR *

Außergewöhnliche Leistungen

umfangreiche Aktenführung, wiederholtes Nachfordern von Unterlagen, besonderer Beratungsbedarf über das Verfahren, Aussetzen des Verfahrens und spätere Fortführung, usw.

49,00 EUR/ h *

Logoeindruck auf der Präqualifizierungsbestätigung

55,00 EUR/ Stück *

Nachdruck von Präqualifizierungsbestätigungen

10,00 EUR/ Stück *

* zuzüglich jeweils gesetzlicher Mehrwertsteuer

Einführung in die Präqualifizierung

Leistungserbringer von Hilfsmitteln müssen vor dem Vertragsabschluss mit den gesetzlichen Krankenkassen ihre Eignung bzw. Leistungsfähigkeit und ihre Zuverlässigkeit entsprechend den Anforderungen aus §126 Absatz 1a Satz 2 SGB V und unter Beachtung der Empfehlungen des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen gemäß § 217a SGB V (im Folgenden: GKV-Spitzenverband) nachweisen.

Hierzu gibt es seit 01. April 2010 in Folge einer Vereinbarung gemäß § 126 Abs. 1a SGB V zwischen dem GKV-Spitzenverband und den maßgeblichen Spitzenorganisation auf Bundesebene das sogenannte Präqualifizierungsverfahren. Dabei ist das kassenrechtliche Zulassungsverfahren durch das Vertragsprinzip ersetzt worden. Die Eignung der Leitungserbringer ist vor den Vertragsabschlüssen nachzuweisen.

Wenn ein Leistungserbringer von Hilfsmitteln ein Präqualifizierungsverfahren erfolgreich absolviert hat und über eine Präqualifizierungsbestätigung verfügt, entfallen die individuellen Eignungsprüfungen durch die Krankenkassen. Denn diese haben gemäß § 126 Abs. 1a Satz 2 SGB V von der Erfüllung der Eignungsvoraussetzungen auszugehen, wenn eine Bestätigung einer geeigneten Stelle vorliegt. Dem entsprechend hat auch der GKV-Spitzenverband den Krankenkassen den Hinweis erteilt, daß sie die Präqualifizierungsbestätigungen anzuerkennen haben.

Im Rahmen des Präqualifizierungsverfahrens wird geprüft, ob der antragstellende Leistungserbringer die angebotenen Hilfsmittel ausreichend, zweckmäßig und funktionsgerecht herstellt, abgibt und/oder anpasst. Bei erfolgreichen Prüfungsergebnissen wird dem jeweiligen Leistungserbringer eine Präqualifizierungsbestätigung erteilt, die fünf Jahre gültig ist. Innerhalb der Gültigkeit der Präqualifizierungsbestätigung kann der jeweilige Leistungserbringer ohne zusätzliche Eignungsprüfungen Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen bundesweit abschließen.

Vorteile des Präqualifizierungsverfahrens

  1. Einzelfallprüfungen zur Feststellung der Eignung entfallen, wenn der Leistungserbringer ein Präqualifizierungsverfahren erfolgreich durchlaufen und eine entsprechende Bestätigung erhalten hat.
  2. Der zeitliche, administrative und finanzielle Aufwand für die Eignungsprüfungen wird auf ein Minimum reduziert, ohne dass die Qualität herabgesetzt wird.
  3. Die Präqualifizierungsbestätigungen sind von allen Krankenkassen anzuerkennen.
  4. Die Präqualifizierungsbestätigungen behalten grundsätzlich fünf Jahre Gültigkeit, so dass in dieser Zeit lediglich ein Antragsverfahren auf Feststellung der Eignung absolviert werden muss.
  5. Die Präqualifizierungsstellen unterliegen der Überwachung durch den GKV-Spitzenverband, der dabei durch einen Beirat unterstützt wird. Dies garantiert gleichförmige Verfahren.
  6. Das Nichtzustandekommen von Verträgen allein aufgrund fehlender Eignungsnachweise wird vermieden.
  7. Die Krankenkassen erhalten vom GKV-Spitzenverband jeweils aktuelle Übersichten über die präqualifizierten Leistungserbringer, so dass die Ergebnisse der Präqualifizierungsverfahren zeitnah und ohne weiteren Aufwand im Vertragsgeschäft berücksichtigt werden können; dies ist insbesondere vorteilhaft im Falle von Einzelvereinbarungen nach § 127 Abs. 3 SGB V.

Das Präqualifizierungsverfahren kann bei den vom GKV-Spitzenverband benannten Präqualifizierungsstellen wie DeuZert GmbH absolviert werden.

Präqualifizierungsablauf

Basierend auf Ihren Angaben im Anfrageformular ermitteln wir die Kosten für das Präqualifizierungsverfahren und senden Ihnen ein Angebot. Mit Ihrer Annahme des Angebots beginnt das Präqualifizierungsverfahren.
Nach Ihrer Auftragserteilung senden wir Ihnen die entsprechenden Antragsformulare per E-Mail zu. Bitte legen Sie den ausgefüllten Antragsformularen die erforderlichen Nachweise bei, wie zum Beispiel berufliche Qualifikation, Handelsregisterauszug, Betriebshaftpflicht-Versicherungsnachweis oder das polizeiliche Führungszeugnis.
Sofort ab Datum des Antragseingangs prüfen wir die eingereichten Unterlagen auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Sollten weitere Nachweisunterlagen erforderlich sein, teilen wir Ihnen dies unverzüglich mit. Wir empfehlen Ihnen aber nach Möglichkeit alle erforderlichen Unterlagen direkt bei der Antragstellung einzureichen. Sie erhalten eine Frist zur Nachreichung fehlender Unterlagen. Diese Frist darf schriftlich nur einmalig verlängert werden. Nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist hat die Präqualifizierungsstelle den Antrag abzulehnen.
Sobald alle Unterlagen vorliegen, werden wir über Ihre Präqualifizierung innerhalb von maximal 2 Wochen entscheiden.
Bei erfolgreichem Abschluss Ihres Präqualifizierungsverfahrens erhalten Sie von DeuZert Ihre  fünf Jahre gültige Präqualifizierungsbestätigung.
Die Informationen über Ihr Präqualifizierungsverfahren übermitteln wir automatisch dem GKV-Spitzenverband. Somit sind alle gesetzlichen Krankenkassen über Ihre Präqualifizierung informiert.

Verlängerung der Präqualifizierung

Die Präqualifizierung kann vor Ablauf der Gültigkeit für weitere 5 Jahre verlängert werden. Dazu ist spätestens 6 Monate vor Ablauf der Gültigkeit Ihrer Präqualifizierung gemäß unserer Präqualifizierungsbestätigung bei DeuZert GmbH ein ausgefüllter Antrag mit den vollständigen Nachweisunterlagen einzureichen.

Bei vollständig und fristgerecht eingereichten Unterlagen bleibt die erteilte Präqualifizierungsbestätigung bis zum Verfahrensabschluss durch uns aufrechterhalten.

Für einen reibungslosen Übergang empfehlen wir, den Antrag mit den erforderlichen Unterlagen bei uns rechtszeitig einzureichen. Unser Kundendienst versendet auch eine Erinnerungsmeldung mit der Frist.

Änderung oder Erweiterung der Präqualifizierung

Beim Eintritt von maßgeblichen Änderungen in den tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen des Betriebes müssen uns diese Änderungen unverzüglich angezeigt werden. Sie haben den Nachweis zu erbringen, dass Sie die Anforderungen nach § 126 Abs. 1 Satz 2 SGB V weiterhin erfüllen.

Maßgebliche Änderungen sind:

  • Wechsel des Inhabers eines Einzelunternehmens
  • Wechsel des Leiters/ der Leiterin bzw. der für die Leistungserbringung verantwortlichen Person
  • Wechsel des Standorts des Unternehmens oder von Teilen des Unternehmens, soweit dort die Hilfsmittelleistung erbracht wird
  • Maßgebliche räumliche Änderungen
  • Erweiterung der Hilfsmittelspektrums
  • Auflösung des Unternehmens oder Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder eines vergleichbaren Verfahrens.

Alle oben genannten Änderungen sind maßgeblich und anzeigepflichtig.

Einschränkung, Aussetzung und Zurückziehung einer Präqualifizierungbestätigung

Wenn die Voraussetzungen für eine Präqualifizierung zum Beispiel nach Änderungen nicht mehr erfüllt werden und die Frist zur Behebung der Defizite fruchtlos abgelaufen ist, sind wir verpflichtet, Ihre Präqualifizierungsbestätigung einzuschränken, auszusetzen oder zurückzuziehen.

Weitere Gründe für die Einschränkung, Aussetzung oder Zurückziehung von bereits erteilten Präqualifizierungsbestätigungen sind: 

  • Es stellt sich heraus, dass vorgelegte Nachweise oder Eigenerklärungen unzutreffend waren;
  • Fristen für die Einreichung der erforderlichen Nachweise für eine Verlängerung der Präqualifizierung sind nicht eingehalten worden;
  • der Leistungserbringer einen Nachunternehmer für die Leistungserbringung einsetzt, der weder präqualifiziert ist noch die Anforderungen einer Präqualifizierung erfüllt.

Beschwerdeverfahren

Einsprüche gegen unsere Entscheidung zu einer Präqualifizierung sowie sonstige Beschwerden im Zusammenhang mit unserer Tätigkeit als benannte Präqualifizierungsstelle sind binnen 4 Wochen ab Kenntnisnahme der Entscheidung einer Präqualifizierung bei der Präqualifizierungsstelle DeuZert GmbH schriftlich einzulegen.

Beschwerdeverfahren, die vom internen unabhängigen Beschwerdeausschuss der Präqualifizierungsstelle DeuZert durchgeführt werden, sind kostenlos.

Bei sehr schwerwiegenden Beschwerdebearbeitungen und Einsprüchen wird ein externer Rechtsanwalt eingeschaltet. Beschwerdeverfahren, die von einem externen unabhängigen Rechtsanwalt geleitet werden, werden nach Aufwand berechnet.

Stand: 13. Januar 2016